Fehlerkultur in der Softwareentwicklung

Fehlerkultur in der Softwareentwicklung

Niemand macht gerne Fehler, niemand macht absichtlich Fehler, aber alle machen Fehler. Sie sind Teil eines jeden Entwicklungsprozesses. Und doch werden Fehler immer noch tabuisiert. Das ist leider wenig hilfreich.
So werden in Entwicklungsumgebungen häufig die automatisierten Warnungen unterdrückt. Natürlich sieht das erstmal besser aus, aber Warnungen am Anfang schlagen meist am Ende als Fehler durch. Weggucken ist selten der richtige Weg.
Dabei ist dieses Problem jedem bewusst. Jeder Vorgesetzte weiss, dass Fehler gemacht werden, er macht ja schliesslich selbst welche. Und jeder weiss, das die entdeckten Fehler nicht die schlimmsten sind, sondern die unentdeckten, die versteckten, die verheimlichten Fehler sind es, die viel Geld kosten.
Warum verstecken wir dann Fehler, warum leugnen wir ihre Existenz? Weil Fehler noch immer sanktioniert werden. Weil Fehler nicht als integrativer Teil eines Entwicklungsprozessen verstanden werden, sondern als persönliches Versagen.
Wir brauchen eine neue Fehlerkultur.
Fehler sollten nicht sanktioniert werden. Strafen helfen nicht weiter. Angst schafft Unsicherheit und Unsicherheit ist nie ein guter Begleiter.
Fehler sind nicht erstrebenswert, sie zu finden schon. Ich mache nicht gerne Fehler, aber wenn ich einen gefunden habe, bin ich froh, denn erst jetzt kann ich ihn beheben. Das Gleiche gilt, wenn mich Andere darauf hinweisen. Konstruktives Feedback, und dazu gehört auch das Ansprechen auf Fehler, ist immer hilfreich.
Fehler sollten vom Verursacher behoben werden. Dabei geht es nicht um Strafe, sondern um den Lernprozess. Wenn ich einen Fehler mache und ein anderer Entwickler behebt ihn, werde ich den Fehler immer wiederholen. Ich habe nichts gelernt. Nur wenn ich weiss, dass ich etwas falsch gemacht habe, kann ich es beim nächsten Mal richtig machen. Wir lernen aus unseren Fehlern.
Fehler kommunizieren. Wir müssen den Fehlern ihr negatives Image nehmen. Sie verdienen es nicht. Erst wenn wir über Fehler reden, über interessante Fehler, über idiotische Fehler, über kritische Fehler und sie als das begreifen, was sie sind, nämlich integrative Schritte aller Entwicklungsprozesse, erst dann können wir nicht nur aus unseren eigenen Fehlern lernen, sondern auch aus den Fehlern der Anderen.

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